Wie unterscheiden sich Lektorat, Korrektorat und Revision?

Fachübersetzung & Lokalisierung

4 Minuten

08/10/2026

Nadine Fischer

Senior Projektmanagement

Geht es darum, einen Text auf seine Richtigkeit zu überprüfen, wird gerne vom Korrekturlesen gesprochen. Beschäftigen wir uns jedoch etwas eingehender mit dem Thema, stellen wir schnell fest, dass es eine Vielzahl von Bezeichnungen für vermeintlich ein und dasselbe Konzept gibt. Neben dem Korrekturlesen bzw. dem Korrektorat findet sich häufig das Lektorat. Im Übersetzungskontext liest man besonders oft von der Revision oder dem Review. Doch sind diese Bezeichnungen tatsächlich als Synonyme zu betrachten oder gibt es eindeutige Unterschiede zwischen Lektorat, Korrektorat und Revision?
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Kurz gesagt

Während das Korrektorat deinen Text nur auf Rechtschreibung und Grammatik prüft, umfasst das Lektorat zusätzlich Inhalt, Stil und Terminologie – beides für einsprachige Texte. Bei Übersetzungen vergleicht die Revision deinen Zieltext mit dem Ausgangstext und ist nach ISO 17100 verpflichtend.

Was ist ein Lektorat?

Möchte man neben der sprachlichen Korrektheit auch sicherstellen, dass ein Text sowohl inhaltlich als auch stilistisch einwandfrei ist, empfiehlt sich ein Lektorat. Das Lektorat ist weit umfassender als das Korrektorat, schließt es jedoch nicht aus. Ein Lektorat kann demnach folgende Punkte beinhalten:  

  • Korrekturlesen (Überprüfung der Rechtschreibung, Grammatik usw.) 
  • Überprüfung auf inhaltliche Richtigkeit 
  • Überprüfung des Stils  

Bei einem Lektorat wird zusätzlich auf die Verständlichkeit des Texts, den Textfluss und den einheitlichen Einsatz von Terminologie geachtet. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass die Überprüfung ausschließlich einen einsprachigen Text umfasst. Dies gilt auch für zu lektorierende Texte, die im Rahmen einer Übersetzung entstanden sind. 

Was ist ein Korrektorat?

Ziel des Korrektorats ist es, Rechtschreib-, Grammatik-, Interpunktions- und auch Ausdrucksfehler ausfindig zu machen und zu korrigieren. Hierbei handelt es sich um das allseits bekannte Korrekturlesen, das beispielsweise gerne für die Überprüfung wissenschaftlicher Arbeiten in Anspruch genommen wird.  

Der wesentliche Punkt dabei ist, dass Korrekturleser:innen stilistisch oder inhaltlich nichts am Text ändern und ausschließlich sprachliche und formale Fehler beseitigen. Folglich ist das Korrektorat für Texte geeignet, bei denen die fachliche Richtigkeit bereits gewährleistet werden kann und lediglich eine letzte Prüfung auf sprachliche Fehler vorgenommen wird.  

Was ist Revision?

Die Revision zielt darauf ab, eine Übersetzung auf ihre Korrektheit zu überprüfen. Während das Lektorat und das Korrektorat einen einsprachigen Text unter die Lupe nehmen, wird bei der Revision ein übersetzter Text unter Einbeziehung des Ausgangstexts gelesen. Neben sprachlicher Korrektheit wird hierbei auch auf die fachliche Richtigkeit, den Stil, die Einhaltung von Terminologie und die Verständlichkeit geachtet. Die Revision beinhaltet demzufolge die gleichen Punkte wie das Lektorat und vergleicht zusätzlich den übersetzten Text mit dem Ausgangstext.  

Außerdem ist die Revision erforderlicher Bestandteil von Übersetzungen, die nach der ISO-Norm 17100 erstellt werden, und geht somit mit qualitativ hochwertigen Übersetzungen einher.  

Unter Lektorat, Korrektorat und Revision verstehen wir die Prüfung des Textes auf Richtigkeit. Doch wie unterscheiden sich diese drei Methoden?
Unter Lektorat, Korrektorat und Revision verstehen wir die Prüfung des Textes auf Richtigkeit.
Doch wie unterscheiden sich diese drei Methoden?

Korrektorat, Lektorat und Revision – die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick

Der wichtigste Unterschied zwischen Korrektorat, Lektorat und Revision ist die Ein- bzw. Zweisprachigkeit der Prüfung. Handelt es sich um einen übersetzten Text, der im Vergleich zu seinem Ausgangstext überprüft werden soll, dann spricht man von Revision. Ist nur eine einsprachige Prüfung gewünscht oder möglich, dann gibt es die beiden Optionen des Korrektorats beziehungsweise des Lektorats.  

Der zweite wichtige Punkt zur Unterscheidung ist der Umfang, in dem der Text geprüft wird. Für das Korrektorat sind lediglich die sprachliche und formale Richtigkeit des Texts relevant. Hingegen umfassen das Lektorat und Revision zusätzlich die Überprüfung der fachlichen und stilistischen Richtigkeit sowie der einheitlichen Verwendung von Terminologie. Überdies gilt es, die Verständlichkeit und gegebenenfalls die Einhaltung sonstiger Vorgaben der Auftraggeber:innen zu überprüfen. 

Bedeutung des Korrektorats, Lektorats und der Revision für gelungene Übersetzungen 

Sowohl das Korrektorat und das Lektorat als auch die Revision sind unerlässliche Bestandteile einer gelungenen Übersetzung. Korrektorat und Lektorat sorgen für einen gut verständlichen und inhaltlich sowie sprachlich korrekten Ausgangstext. Dieser wiederum dient den Übersetzer:innen als optimale Basis, um eine gute Übersetzung zu erstellen.  

Als Ergänzung dient die Revision dazu, die Qualität des Zieltexts sicherzustellen und somit ein bestmögliches Übersetzungsergebnis zu erreichen.  

Wird eine Textüberprüfung bei einem Sprachdienstleister angefragt, ist es wichtig, zunächst folgende Punkte abzuklären, um die passende Lösung für jeden individuellen Auftrag zu finden: 

  • Soll der Text einsprachig oder unter Einbezug des Ausgangstexts überprüft werden? Für den Fall, dass der Ausgangstext miteinbezogen werden soll, muss festgehalten werden, was genau geprüft werden soll, um den Zeitaufwand und somit die Kosten zu optimieren.  
  • Wird die Leistung nur für einen einsprachigen Text gewünscht, sind Angaben zu den Ersteller:innen des Texts von Vorteil (z.B. wurde er von Muttersprachler:innen geschrieben? Wurde er von Grund auf neu geschrieben oder aus bestehenden Textbausteinen erstellt?) 
  • In welchem Umfang soll der Text geprüft werden? Ist eine einfache Prüfung von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ausreichend oder sollen auch Stil, Inhalt und Terminologie berücksichtigt werden? Falls Stil, Inhalt und Terminologie überprüft werden sollen, helfen Informationen zum Zielpublikum, um die Verständlichkeit des Texts zu gewährleisten.   
  • In welchem Format wird der Text zur Verfügung gestellt und wie sollen Änderungen vorgenommen werden (beispielsweise über Kommentare in einem PDF)?  
  • Abschließend ist es empfehlenswert, vor Druck des finalen Texts einen DTP-Check durchzuführen, um sicherzustellen, dass alle Korrekturen richtig eingepflegt wurden. 

Fazit

Ein Korrektorat, ein Lektorat oder eine Revision sind dabei nicht auf bestimmte Textsorten beschränkt. Für jede Textart bieten sie große Vorteile und können jederzeit zur Textoptimierung eingesetzt werden, ganz gemäß dem Credo der amerikanischen Schriftstellerin Nancy Thayer: "Sowohl in der Dichtung als auch im Leben ist es niemals zu spät für eine Korrektur".  Du willst mehr zu diesem Thema erfahren oder bist dir nicht sicher, welche Art der Textüberprüfung für dich die richtige ist?  Kontaktiere uns!

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